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MLP lehnt sich im Vermögensmanagement an die Honorarberatung an

Der Produktvorstand über das neue Vergütungsmodell und den Verzicht auf Kick-backs - Entgelt richtet sich künftig nach dem Volumen im Depot.

Herr Bauer, MLP führt eine neue Vergütungsstruktur im Vermögensmanagement ein. Was wird sich genau ändern?

Kern unserer Neuerung ist ein einheitliches Entgelt im Vermögensmanagement. Künftig erheben wir einen festen Prozentsatz pro Jahr bezogen auf das Depotvolumen und zwar unabhängig davon, welche Risikoklassen oder welche Anlagekonzepte den vermittelten Produkten zugrunde liegen. Mit steigendem Risiko, das der Kunde für sich wählen kann, ist also auch kein Preisanstieg bei den Produkten verbunden.

Ist das der Einstieg von MLP in die Honorarberatung?

Wir bieten Honorarberatung bereits in den Bereichen an, in denen sie von unseren Kunden nachgefragt wird, beispielsweise in der Finanzierung oder der betrieblichen Altersversorgung. Im Vermögensmanagement gehen wir aber den Weg, von dem wir überzeugt sind, dass ihn der Kunde bevorzugt: Hier bemisst sich das Entgelt am Volumen im De­pot. Für die Beratungsqualität ist aber auch nicht die Art der Vergütung entscheidend, sondern die Transparenz für den Kunden, die Ausbildung des Beraters und eine fundierte Produktauswahl.

Wie sehen die künftigen Gebührensätze genau aus?

Die Vermögensberatung wird bei MLP künftig mit einem jährlichen Entgelt von 1,2% plus Mehrwert­steuer vergütet. Bei größeren Vermögen, die mitunter direkt über unsere Tochter Feri betreut werden, sinkt dieser Satz durch eine Staffelung auf bis zu 0,8%. Hinzu kommen beim Abschluss die marktüblichen Ausgabeaufschläge. Der spätere Austausch von Fonds im Depot erfolgt dann kostenlos, sofern der Wechsel auf Empfehlung von MLP erfolgt. Beim Liquiditätsmanagement beträgt die Vergütung 0,2%.

Was passiert denn künftig mit den Kick-backs, die traditionell vom Produktanbieter als Belohnung für den Produktverkauf noch obendrauf erhalten?

Die sogenannten Vertriebsfolgeprovisionen das ist uns sehr wichtig erhalten Kunden im Neugeschäft komplett erstattet, Bestands­kunden können in dieses Modell wechseln. Unsere Vergleichsrechnungen zeigen, dass die meisten Kunden von der neuen Preisstruktur profitieren können.

Gilt das neue Vergütungsmodell nur für die Vermögensanlage oder haben Sie auch bei dem Brot-und-Butter-Geschäft von MLP, dem Versicherungsvertrieb etwas geändert?

Die neue Entgeltstruktur gilt nur für den Bereich Vermögensanlage, wo sie uns adäquat erscheint. Mit dem Versicherungsbereich, in dem vollständig andere Rahmenbedingungen gelten, hat das nichts zu tun.

Über welche Summen reden wir denn bei MLP in der Vermögensanlage?

Insgesamt haben wir für den Konzern zum dritten Quartal 201119,8 Mrd. Euro an Assets under Management ausgewiesen, davon macht unser Geschäft mit Privatkunden den kleineren Teil aus.

Was hat MLP dazu bewogen, diesen doch tiefgreifenden Wandel zu vollziehen?

Wir sind schon Vorreiter in puncto Kundenorientierung und Transparenz und das machen wir mit der neuen Vergütungsstruktur im Vermögensmanagement jetzt erneut deutlich.

Inwieweit haben auch neue regulatorische Vorgaben bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt? So gibt es ja auf EU-Ebene im Rahmen von Mifid II die Überlegung, bei der sogenannten unabhängigen Beratung die Provisionszahlungen vom Anbieter zum Vermittler zu verbieten?

Wir verfolgen diese Diskussion aufmerksam, allerdings ist Brüssel noch sehr weit weg von einer konkreten Entscheidung oder gar der anschließenden Umsetzung in den Mitgliedsstaaten. Wie die Regelung dann tatsächlich aussehen wird, können heute noch nicht einmal Experten abschätzen. Für uns ist dies auch nicht ausschlaggebend, sondern allein die Bedürfnisse unserer Kunden. Darauf stellen wir uns auch ohne politischen Druck frühzeitig ein.

Bisher haben wir über die Kosten gesprochen, die dem Kunden in Rechnung gestellt werden. Kann man davon ausgehen, dass der MLP-Berater künftig für seine Leistungen auch einen Prozentsatz vom Depotvolumen erhält?

Die Neuregelung bewirkt an dieser Stelle keine Veränderungen: Unsere Berater erhalten weiterhin eine leistungsgerechte Vergütung für das kontinuierlich betreute Depotvolumen ihrer Kunden.

Mit welchen Reaktionen rechnen Sie bei Ihren Beratern?

Unsere Berater unterstützen den eingeschlagenen Kurs ohne Wenn und Aber. Ich kenne auch keinen Anbieter, der im Rahmen einer ganzheitlichen Beratung eine solche Mischung aus hochwertigen Anlage­möglichkeiten sowie einem attraktiven und transparenten Pricing stellt.

Inwieweit sind Auswirkungen auf die G&V von MLP absehbar? Sie betonten ja gerade eben, dass die Kunden weniger werden zahlen müssen.

Natürlich investieren wir hier, schaffen uns dabei aber gleichzeitig neues Potenzial. Unter dem Strich bleiben wir bei unserer bekannten Einschätzung, im Vermögensmanagement zulegen zu können.