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Allensbach-Umfrage: Deutsche haben große Pläne fürs Alter, fürchten aber finanzielle Engpässe

  • Bundesbürger wollen den Ruhestand genießen, mehr für Fitness und Gesundheit tun, Hobbys pflegen und reisen
  • Rund dreiviertel sorgen sich jedoch, ernsthaft krank zu werden
  • Mehr als die Hälfte fürchtet Engpässe bei der Rente

Wiesloch, 17. Oktober 2011 – Wenn die Deutschen ans Alter denken, überwiegen die Sorgen. Zwar schmieden rund die Hälfte Pläne für den Ruhestand und freuen sich auf mehr Zeit für sich, auf Hobbys und auf größere Reisen. Die Sorge vor Krankheit, Unselbstständigkeit und Altersarmut überschattet die Freude jedoch deutlich. Das ergab eine repräsentative Kurz-Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Finanz- und Vermögensberaters MLP für das aktuelle Kundenmagazin FORUM, das Mitte Oktober erscheint.

Während fast die Hälfte der Befragten mehr für ihre Fitness und Gesundheit tun wollen, fürchten sich knapp dreiviertel davor, ernsthaft krank zu werden. Auch der Wunsch, größere Reisen zu unternehmen, unterliegt mit knapp 47 Prozent deutlich der Sorge, zum Pflegefall zu werden und damit die eigene Selbstständigkeit zu verlieren. Davor fürchten sich rund 64 Prozent.

Kritisch stehen die Deutschen außerdem der finanziellen Situation im Alter gegenüber: Knapp 60 Prozent der unter 60-Jährigen erwarten, dass die Rente oder das Ersparte später nicht reichen werden. Besonders ausgeprägt ist diese Angst bei Alleinstehenden. Während sich nur rund ein Drittel der Paare vor finanziellen Engpässen im Alter sorgen, ist es in der Gruppe der Alleinstehenden über die Hälfte. In dieser Frage gibt es auch eine starke Diskrepanz zwischen Ost- und Westdeutschland: Finanzprobleme im Alter fürchten lediglich rund 36 Prozent der Westdeutschen, aber über die Hälfte der Ostdeutschen. Die Folge: Rund 23 Prozent wollen in ihrem eigenen Beruf so lange arbeiten wie möglich und etwa 21 Prozent aller Befragten planen, eine Nebenbeschäftigung im Alter zu suchen.

Und wie sieht die Realität der Rentner aus? Tatsächlich haben die meisten der heutigen Ruheständler „mehr Zeit für sich“ (58,5 Prozent) und für ihre Hobbys (44,8 Prozent). Die jetzige Rentnergeneration zieht jedoch eher das Lesen vor (40,8 Prozent), statt sich um die eigene Fitness zu kümmern (31,8 Prozent). Daneben ist über ein Fünftel im Verein, einer Partei oder in der Gemeinde tätig.

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat für die repräsentative Umfrage im Auftrag von MLP insgesamt 1.751 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt.

Top-10-Sorgen der Deutschen* Prozent Top-10-Pläne der Deutschen* Prozent
Ernsthaft krank werden 72,3 Mehr Zeit für mich selbst nehmen 50,1
Pflegefall werden, Selbstständigkeit verlieren 64,2 Mehr für Fitness und Gesundheit tun 48,3
Gebrechlich werden, nicht mehr laufen/sehen können 59 Mehr mit Hobbys beschäftigen 47,5
Eine Belastung für andere sein 58,6 Größere Reisen unternehmen 46,6
Rente oder Ersparnisse im Alter reichen nicht aus 53,3 Mehr Zeit mit Freunden und Bekannten verbringen 32,8
Vergesslich werden 47,2 Mehr lesen 29,8
Verlust des Partners 46,7 Die Enkel betreuen 24,3
Einzug ins Alten- oder Pflegeheim 44,3 So lange wie möglich arbeiten 22,6
Nicht mehr ernst genommen zu werden 34,5 Nebenbeschäftigung suchen 21,3
Nicht mehr um den Partner kümmern können 32 Erfahrung an Jüngere weitergeben 20,1

* Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Juli 2011, Bevölkerung ab 16 Jahre, Mehrfachnennungen möglich