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4. MLP Gesundheitsreport: Geteiltes Urteil der Ärzte zur elektronischen Gesundheitskarte

  • Niedergelassene Ärzte sprechen sich gegen Gesundheitskarte aus, Krankenhausärzte eher dafür
  • Ärzteschaft insgesamt eher ablehnend

Wiesloch, 8. September 2009 - Die deutschen Ärzte stehen der elektronischen Gesundheitskarte sehr ambivalent gegenüber. Während die meisten Krankenhausärzte die Einführung befürworten, sprechen sich die niedergelassenen Ärzte gegen die Gesundheitskarte aus. Betrachtet man die Ärzteschaft insgesamt, so überwiegt die ablehnende Haltung: Mehr als die Hälfte der Ärzte (51 Prozent) sind gegen die Einführung der Gesundheitskarte, 38 Prozent dafür. Dies ist ein Ergebnis des 4. MLP-Gesundheitsreports. Die repräsentative Studie im Auftrag des unabhängigen Finanz- und Vermögensberaters MLP hat das Institut für Demoskopie Allensbach mit Unterstützung der Bundesärztekammer erstellt.

Im Einzelnen sprechen sich 73 Prozent der niedergelassenen Ärzte gegen die Gesundheitskarte aus; lediglich jeder fünfte niedergelassene Arzt befürwortet sie. Bei den Krankenhausärzten zeichnet sich ein völlig anderes Bild: Hier ist eine Mehrheit von 54 Prozent für die Einführung Gesundheitskarte. Immerhin jeder Dritte (32 Prozent) lehnt diese Lösung jedoch ab.

Ein Grund für die insgesamt mehrheitlich ablehnende Haltung der Ärzte dürfte die umständliche Handhabung der Karte sein: Aus daten-schutzrechtlichen Gründen ist die Eingabe einer PIN erforderlich, um die Daten einsehen zu können. Dies bedeutet für die Ärzte einen erhöhten Zeitaufwand. Des Weiteren kommen durch die Einführung des elektronischen Systems Kosten auf Ärzte und Krankenhäuser zu.

Auf der elektronischen Gesundheitskarte soll die komplette Krankengeschichte des jeweiligen Patienten abgespeichert sein. So kann der Arzt die bisherigen Diagnosen, Untersuchungen und Behandlungen direkt überblicken. Dies soll die notwendigen Daten schneller verfügbar machen und überflüssige Kosten, beispielsweise für Doppeluntersuchungen, vermeiden. In der Pilotregion Nordrhein beginnen die Krankenkassen ab dem 1. Oktober 2009 damit, die elektronische Gesundheitskarte an die Versicherten auszugeben.

Der MLP Gesundheitsreport ist eine repräsentative Umfrage unter rund 1.800 Bundesbürgern und mehr als 500 Ärzten. Weitere Details sowie eine Bestellmöglichkeit des Reports unter www.mlp-gesundheitsreport.de .